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Berufsunfaehigkeit

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Menschen werden immer dann als berufsunfähig eingestuft, wenn sie aus Krankheitsgründen, in Folge eines Unfalls oder durch Invalidität nicht mehr oder nur noch zum Teil in der Lage sind, weiter in ihrem Beruf zu arbeiten. Dabei wird die durchschnittlich erbrachte Stundenzahl der bisherigen Beschäftigung als Maßstab genommen. Wer nur noch weniger als die Hälfte des üblichen Arbeitspensums leisten kann, gilt als berufsunfähig. Durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) können sich Verbraucher vor den finanziellen Folgen der Berufsunfähigkeit schützen. Voraussetzung für die Auszahlung der Versicherungssumme ist eine Bestätigung des Arztes sowie die Anerkennung durch den Versicherer.

Die Police ist separat oder als Zusatzversicherung erhältlich

Verbraucher haben beim Versicherungsabschluss zwei Möglichkeiten: Sie können die Berufsunfähigkeitsversicherung entweder als selbstständige Versicherung (SBU) oder als Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) – zusätzlich zu einer Lebensversicherung oder einer Rentenversicherung – abschließen. Die eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung ist dabei meist günstiger. Besonders Kombiprodukte mit angehängter Lebensversicherung lohnen sich nur dann, wenn im Todesfall des Versicherungsnehmers Angehörige zurückbleiben würden, welche versorgt werden müssten.

Die gesetzliche Versicherung ist in der Regel nicht ausreichend

Der gesetzliche Berufsunfähigkeitsschutz wird individuell nach dem Restleistungsvermögen auf dem deutschen Arbeitsmarkt berechnet. So könnte es im schlimmsten Fall passieren, dass selbst Akademiker und andere hoch qualifizierte Arbeitskräfte auf einfache Hilfstätigkeiten verwiesen werden. Die Grundsicherung, welche dem Hartz IV-Satz entspricht, bliebe ihnen dementsprechend verweigert – selbst dann, wenn sie auch im neuen Sektor keine Anstellung finden. Stattdessen hätten die Betroffenen lediglich Anspruch auf das Arbeitslosengeld II.

Auch Hausfrauen und Hausmänner sollten vorsorgen

Auch wer unentgeltlich arbeitet, dabei jedoch sich selbst oder anderen den Unterhalt sichert, kann und sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Betracht ziehen. Dazu gehören in erster Linie Hausfrauen oder Hausmänner. Könnten diese aus gesundheitlichen Gründen ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen, müssten sie teuer ersetzt werden. Meist liegen die von den Versicherungsunternehmen angebotenen Berufsunfähigkeitsrenten jedoch verhältnismäßig niedrig. Während einige Versicherer lediglich 500 Euro im Monat anbieten, ermöglichen andere zumindest 1.000 Euro monatlich.

Die Versicherungsbeiträge können stark variieren

Die Beitragshöhe für die Berufsunfähigkeitsversicherung hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Der wichtigste ist dabei selbstverständlich das Alter des Versicherungsnehmers. Allerdings spielt auch die Berufsgruppe eine große Rolle. Hier wächst die Höhe des Beitrags mit der körperlichen Belastung bei der Arbeit. Werden täglich schwere körperliche Tätigkeiten verrichtet, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel mit hohen monatlichen Beiträgen verbunden. Wer dagegen die meiste Arbeitszeit am Schreibtisch verbringt, kommt verhältnismäßig günstig weg.

Krankheit kann einen Ablehnungsgrund darstellen

Verbraucher, die an bestimmten Krankheiten leiden, wird der Versicherungsschutz in vielen Fällen bereits im Vornherein verweigert, oder die Laufzeit häufig verkürzt. Bei einigen Versicherungsunternehmen genügen bereits chronische Allergien oder ein Rückenleiden, um als Versicherungsnehmer abgelehnt zu werden. Vor dem Versicherungsabschluss sollte zudem abgeklärt werden, wie es sich mit der Absicherung in der Elternzeit verhält. Der Versicherungsschutz sollte sich auf denjenigen Beruf beziehen, der auch vor Beginn der Elternzeit ausgeübt wurde.

Auf Hintertürchen im Vertrag achten

Eine dieser Klauseln ist beispielsweise die abstrakte Verweisung. Ist diese im Vertrag aufgeführt, kann der Versicherer die Leistung mit der Begründung verweigern, dass der Versicherungsnehmer theoretisch auch in einem anderen Beruf arbeiten könnte. Verbraucher sollten zudem darauf achten, dass keine Verweisung auf Vorberufe in den Versicherungsbedingungen enthalten ist. Auch hierbei handelt es sich um ein Schlupfloch für die Versicherungsunternehmen. Sie können den Versicherungsnehmer im Schadensfall einfach wieder in einen seiner früheren Berufe verweisen und die Auszahlung der Versicherungssumme verweigern.