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Heizöl

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Obwohl die Energiewende zu Gunsten erneuerbarer Energien wie Sonnen- und Wasserkraft seit einigen Jahren massiv forciert wird, bleiben fossile Energieträger wie Kohle, Erdgas und Erdöl nach wie vor die wichtigsten Säulen der Energieversorgung. Während Kohle vor allem von den Stromerzeugern genutzt wird, bleibt Erdöl für private Haushalte immer noch die wichtigste Energiequelle, wie auch der Anteil am gesamten Energiemix, bei dem Mineralöl 2011 einen Anteil von 34 Prozent hatte, zeigt. Alljährlich werden rund 20 Millionen Tonnen Heizöl verkauft, 60 Prozent davon landen in den Heizungstanks privater Haushalte.

Was ist Heizöl?

Bei Heizöl handelt es sich um einen flüssigen Brennstoff, der aus den Bestandteilen des Rohöls gewonnen wird, welche schwer entflammbar sind. Es handelt sich bei diesem Brennstoff um eine Mischung aus Kerosin, sogenannten Gasölen und Zusatzstoffen, welche bei der Herstellung in der Raffinerie hinzugefügt werden. Auf dem Markt ist Heizöl in sechs verschiedenen Sorten erhältlich, die sich unter anderem durch ihren Schwefelanteil sowie dem Verhältnis von Sauerstoff zu Wasserstoff voneinander unterscheiden. Weil die Qualität des Heizöls von der Rohölqualität abhängig ist, sind die Eigenschaften des Heizöls, das gehandelt wird, in DIN-Normen geregelt. Der Gesetzgeber will dadurch erreichen, dass die Verbraucher ein möglichst einheitliches und standardisiertes Produkt erhalten. Denn zu starke qualitative Schwankungen könnten sich im schlimmsten Fall sogar auf die Lebensdauer der Heizungsanlage auswirken.

Wovon hängen die Heizölpreise ab?

Wie viel sie für ihr Heizöl bezahlen müssen, können Verbraucher nur bis zu einem gewissen Grad beeinflussen. Denn die Preise für Heizöl werden tagesaktuell am Rotterdamer Markt ermittelt. Der Grund: in Rotterdam ist europaweit der wichtigste Hafen für den Ölimport angesiedelt. Weil sich mehrere Faktoren unmittelbar auf den Heizölpreis auswirken, ist dieser starken Schwankungen unterworfen. Generell lässt sich jedoch sagen, dass die Preise für Heizöl langfristig steigen werden. Dies zeigt auch die Entwicklung der Preise zwischen 2003 und 2013. Diese stiegen innerhalb von zehn Jahren im Jahresdurchschnitt von 38 Cent auf 80 Cent pro Liter.

Die teilweise hohen Preisschwankungen haben mehrere Gründe. So ist die tägliche Fördermenge an Rohöl nicht konstant, sondern Schwankungen unterworfen. Die Förderländer und Produzenten nutzen die Fördermenge etwa als Mittel zur Preisbildung. Auf sinkende Rohölpreise reagieren sie üblicherweise mit einer Drosselung der Fördermengen, um das Angebot an Öl dadurch künstlich zu verknappen. Weitaus gravierender sind jedoch geopolitische Entwicklungen. Denn der größte Teil der weltweiten Erdölreserven befindet sich in politisch eher instabilen Regionen wie dem Nahen Osten oder Russland.
Dass sich politische Unruhen und Konflikte direkt auf die Geldbörse der Verbraucher auswirken, wurde beispielsweise in den 1990er Jahren während der Irakkrise und den daraus resultierenden Golfkriegen offensichtlich. Auch die jüngste Krise in der Ukraine wirkte sich auf den Preis für Energie aus: Auf die Androhung mit Sanktionen reagierte der russische Präsident Vladimir Putin mit einer Drosselung der Erdgaslieferungen, was die Preise steigen ließ. Denn Erdgas wird gerne als Alternative zur Ölheizung genutzt, doch der Trend ist einheitlich, weil der Preis für Erdgas an den Heizölpreis gekoppelt ist.

Zu guter Letzt wirken sich außerdem Steuern und Abgaben auf den Heizölpreis aus. Dabei handelt es sich um die Beiträge für den Erdölbevorratungsverband, die Energiesteuer sowie die Mehrwertsteuer.

Hat der Kunde einen Einfluss auf den Preis?

Obwohl der Einkaufspreis für Heizöl bei allen Händlern gleich ist, sind für den Verbraucher Preisunterschiede von mehreren Cent je Liter möglich. Denn nachdem in Deutschland mehr als 500 Anbieter registriert sind, herrscht in der Branche, ähnlich wie bei Tankstellen, ein sehr hoher Konkurrenzdruck. Die Anbieter versuchen also, jeden Preisvorteil, den sie selbst erhalten, an ihre Kunden weiterzugeben. Beispielsweise erhalten Händler einen Rabatt, wenn sie eine große Menge einkaufen. Deshalb ist es durchaus üblich, dass sich der Preis für die Kunden ebenfalls nach der Abnahmemenge richtet.

Den günstigsten Preis ermitteln

Der Verbraucher kann den günstigsten Anbieter in seiner Region mit wenigen Mausklicks über einen Vergleichsrechner finden. Dazu muss er lediglich einige Angaben wie die Postleitzahl und die benötigte Menge machen und bekommt wenig später eine Übersicht der Anbieter, die in seiner Region liefern und deren aktuell gültigen Preise.

Heizölpreise im Vergleich

Städte Heizöl € / 100L, Stand 08.09.2016
Berlin 51,75 €
Dresden 52,63 €
Düsseldorf 49,94 €
Frankfurt 50,88 €
Hamburg 50,58 €
Hannover 50,33 €
Karlsruhe 50,84 €
Leipzig 52,20 €
München 53,86 €
Rostock 50,98 €
Stuttgart 51,34 €