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Zinsen

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Der Schuldner zahlt dem Gläubiger dafür Zinsen, dass der ihm Geld leiht. Für den Gläubiger als den Geldleiher sind die Zinsen der Verdienst, für den Schuldner als denjenigen, dem das Geld geliehen wird, die damit verbundenen Kosten. Heutzutage sind Kredit- und Darlehensvertrag die Rechtsgrundlage dafür, dass Geld ge- und verliehen wird. Bestandteil des jeweiligen Vertrages ist unter anderem der Zinssatz. Das ist der Preis, der in Prozentpunkten ausgedrückt wird; in der Summe wird ganz allgemein von den Zinsen gesprochen.

Beim gewerblichen Geldleihen von Kreditinstituten wie Banken und Sparkassen einerseits an den privaten oder Geschäftskunden andererseits gibt es in der heutigen Zeit verschiedenartige Kredite. Die Kreditart ist mitentscheidend für die Höhe der Zinsen. Weitere Kriterien sind die Laufzeit des Kredites oder des Darlehens, der Verwendungszweck, sowie die Bonitätsabhängigkeit beziehungsweise die Bonitätsunabhängigkeit. Alternativ wird von variablen und von feststehenden Zinsen gesprochen. Zinsen für einen Verbraucherkredit werden anders berechnet als diejenigen für ein Immobiliendarlehen. Vergleichbares gilt für den Dispo-Kredit auf dem Girokonto im Verhältnis zum Autokredit als einem Ratenkredit.

Welcher Kredit bietet gute Zinsen?

Am teuersten ist nach wie vor der Dispositionskredit auf dem Girokonto, im Alltag kurz Dispo-Kredit genannt. Darüber wird kein Kreditvertrag abgeschlossen. Der Dispo-Kredit ist ein Angebot des Kreditinstitutes, das der Kontoinhaber nutzen kann, aber nicht muss. Banken und Sparkassen sind weitgehend frei in der Entscheidung über die Höhe der Dispo-Zinsen. Sie liegen zurzeit zwischen zehn und fünfzehn Prozent des Dispo, also der auf dem Girokonto untergebuchten Summe. Der Dispo-Kredit wird tagesgenau berechnet und monatlich oder vierteljährlich dem Girokonto belastet.

Für einen Raten- oder den Rahmenkredit betragen die Zinsen zwischen vier bis zu neun oder auch zehn Prozent. Diese Spanne ist bewusst groß gehalten und richtet sich nach der Bonität des Kreditsuchenden. Je besser sie anhand des Schufa-Score ist, umso niedriger ist der Zinssatz. Banken und Sparkassen lassen sich das mit einer mittleren oder auch schlechten Bonität verbundene Kreditausfallrisiko durch einen deutlich höheren Zinssatz bezahlen. Der Kreditnehmer ist im Endeffekt froh darüber, „dass ihm in seiner finanziellen Situation überhaupt noch ein Kredit bewilligt wird“.

Bei einem langfristigen Immobiliendarlehen wird umgangssprachlich von den Bauzinsen gesprochen. Das Darlehen wird zweckgebunden für den Bau oder den Kauf einer Immobilie bewilligt. Besichert wird das Baudarlehen durch die Eintragung einer Grundschuld im Grundbuch. Der Darlehensvertrag selbst wird für die gesamte Darlehenslaufzeit abgeschlossen, während die Bauzinsen für einen deutlich kürzeren Zeitraum gelten. Das ist die erste Zinsbindungsfrist.

In der momentanen Niedrigzinsphase betragen die Bauzinsen je nach Anbieter zwischen eineinhalb und zwei Prozent der Baudarlehenssumme. Je länger die Zinsbindungsfrist in Jahren ist, umso höher ist der Zinssatz; umgekehrt sinkt er, wenn schon nach sechs bis acht Jahren über eine Anschlussfinanzierung, über eine zweite Zinsbindung verhandelt werden kann. Der Darlehensgeber hofft, dass bis dahin die Niedrigzinsphase beendet ist, sodass er anschließend bei höheren Bauzinsen dementsprechend mehr an dem Baudarlehen verdienen kann.