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Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung gehört zu den verpflichtenden Sozialversicherungen und ist damit für alle abhängig Beschäftigten obligatorisch. Darunter fallen Angestellte, Arbeiter und Auszubildende. Auch Selbständige in bestimmten Berufsgruppen müssen einen verpflichtenden Beitrag leisten. Zu diesen gehören Handwerker, Hebammen und Künstler. Andere Selbstständige und Freiberufler können sich auf Antrag freiwillig gesetzlich versichern lassen. Richter, Beamte, Soldaten, Pfarrer und Rechtsreferendare sind von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht befreit. Diese Berufsgruppen verfügen über eigene Systeme zur Altersvorsorge. Rechtsanwälte, Ärzte und einige weitere Professionen können sich freiwillig befreien lassen.

Die gesetzliche Rentenversicherung basiert auf einem Generationenvertrag

Die gesetzliche Rentenversicherung arbeitet nach dem sogenannten Umlageprinzip. Das bedeutet, jüngere Generationen kommen für die Rente der älteren Menschen auf, und erarbeiten sich auf diese Weise selbst einen Rentenanspruch. Dieses System wird auch als Generationenvertrag bezeichnet. Die Beiträge zur Rentenversicherung werden jeden Monat automatisch vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers an die gesetzlichen Krankenkassen abgeführt. Diese leiten die Einnahmen wiederum an die zuständigen Träger der Deutschen Rentenversicherung weiter.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich den Beitrag

Der Beitrag zur Rentenversicherung beträgt derzeit 18,9 Prozent des Bruttogehalts. Die Hälfte davon muss vom Arbeitnehmer getragen werden. Den anderen Teil steuert der Arbeitgeber bei. Für Besserverdiener gilt eine Beitragsbemessungsgrenze von 70.000 Euro in westlichen, und 60.000 Euro in östlichen Bundesländern. Selbstständige, die der gesetzlichen Rentenversicherung verpflichtend angehören, müssen für die gesamte Beitragshöhe alleine aufkommen. Dasselbe gilt für freiwillig Versicherte. Diese können die Höhe und Anzahl ihrer Beiträge jedoch frei wählen.

Der demografische Wandel bedroht die Rentenversicherung

In Folge des demografischen Wandels ist das Rentensystem in eine Schieflage geraten. Immer mehr junge Menschen müssen mittlerweile die älteren Generationen finanzieren. Dieser Umstand zwingt den Staat dazu, die gesetzlich garantierte Rente immer weiter zu senken. So müssen Menschen mit durchschnittlichem Einkommen bereits 27 Jahre arbeiten, um zumindest eine Grundsicherung zu erhalten. Diese entspricht dem Hartz IV-Satz und liegt unter 700 Euro. Auch die Regelaltersgrenze wird kontinuierlich weiter angehoben. So sollen die Bundesbürger bis zum Jahr 2029 mindestens bis zu ihrem 67. Lebensjahr arbeiten müssen. Zudem soll die Rente ab dem Jahr 2040 komplett steuerpflichtig werden.

Die gesetzliche Rentenversicherung reicht alleine nicht aus

Gesetzlich Rentenversicherte werden ab dem 27. Lebensjahr regelmäßig über diejenige Rente informiert, mit der sie im Alter rechnen können. Aus diesen Bescheiden wird meist ersichtlich, dass die gesetzliche Rentenversicherung heutzutage längst nicht mehr ausreicht, um den Lebensstandard im Alter zu sichern. Verbraucher sollten deshalb so früh wie möglich damit beginnen, ihre späteren Bezüge durch zusätzliche private Rentenversicherungen aufzustocken. Da das staatliche Rentensystem noch immer auf Angestellte und Beamte ausgerichtet ist, gilt dies insbesondere für Selbstständige und Freiberufler. Um die private Vorsorge zu fördern, unterstützt der Staat einige der privaten Rentenversicherungen durch verschiedene Leistungen. Die staatlich geförderten Modelle eignen sich folglich besonders gut zur Altersvorsorge. Klassische Beispiele sind hier die Riester-Rente und die Rürup-Rente.